Schriftstellerin aus Marzahn-Hellersdorf erhielt Preis für besten deutschsprachigen Roman des Jahres 2009

 

Deutscher Buchpreis ging an Kathrin Schmidt

 

Das ist wirklich eine wunderbare Überraschung: Kathrin Schmidt, Schriftstellerin aus Marzahn-Hellersdorf, erhielt am Montag, dem 12. Oktober 2009, in Frankfurt am Main den diesjährigen Deutschen Buchpreis. Die 51-jährige wird für ihren Roman "Du stirbst nicht" geehrt. Sie setzte sich damit gegen fünf andere Nominierte durch, darunter Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller mit ihrem Buch „Atemschaukel“. Zur Auswahl standen des weiteren der Episoden-Roman "Lichtjahre entfernt" von Rainer Merkel, Norbert Scheuers Familien- und Heimatroman "Überm Rauschen", Stephan Thomes Debüt "Grenzgang" und Clemens J. Setz' Geschichte zweier Freunde, "Die Frequenzen".

In ihrem autobiografisch geprägten Roman erzählt Katrin Schmidt die Geschichte einer Frau, die nach einer Hirnblutung im Krankenhaus aus der Bewusstlosigkeit erwacht. Langsam erobert sie sich die Welt zurück. In den Kritiken war in den vergangenen Monaten die Präzision und die Geduld gerühmt worden, mit der Schmidt die Geschichte der Wiedergenesung und der Wiedergewinnung der Sprache beschreibt. Schmidt hatte dafür jüngst auch den renommierten "Preis der SWR- Bestenliste 2009" erhalten. Deutscher Buchpreis ging an Kathrin Schmidt

"Der Roman erzählt eine Geschichte von der Wiedergewinnung der Welt", hieß es von der Jury. "Mal lakonisch, mal spöttisch, mal unheimlich schildert der Roman die Innenwelt einer Kranken und lässt daraus mit großer Sprachkraft die Geschichte ihrer Familie, ihrer Ehe und einer nicht vorgesehenen, unerhörten Liebe herauswachsen." Zur Welt, die sie aus Fragmenten zusammensetze, gehörten die zerfallende DDR und die Zeit bis zur Jahrtausendwende. "So ist die individuelle Geschichte einer Wiederkehr vom Rande des Todes so unaufdringlich wie kunstvoll in den Echoraum der historisch-politischen Wendezeit gestellt."

Die Autorin, 1958 im thüringischen Gotha geboren, hatte 2002 selbst eine Hirnblutung erlitten und war lange Zeit unfähig zu sprechen. Die Mutter von fünf Kindern arbeitete vor ihrer Schriftstellerkarriere unter anderem als Psychologin und Sozialwissenschaftlerin. In der DDR publizierte sie Gedichte und erhielt 1988 den Anna-Seghers-Preis. Nach der Wende wurde sie 1993 mit dem Leonce-und-Lena-Preis und 1998 dem Heimito-von-Doderer-Preis ausgezeichnet.

Im Auftrag der WoGeHe agierte die Schriftstellerin 1997/98 als Stadtschreiberin von Hellersdorf.

Ihre Freunde und Weggefährten in Marzahn-Hellersdorf freuen sich riesig über die Auszeichnung, schließlich ist Kathrin Schmidt auch dem Kulturleben in ihrem Bezirk seit Jahren verbunden. So ist die Schriftstellerin ist Kathrin Schmidt seit langem engagiertes Mitglied des Kulturbeirates in Marzahn-Hellersdorf beim Fachbereich Kultur.

Foto: Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf