Das Dorf in der Stadt

Eine Attraktion für den Bezirk

Eine Mühle gehört ins Dorf - genauso wie die Kirche, der Dorfkrug, der Schweine- und der Kuhstall sowie die Scheune. Im alten Dorfkern von Marzahn ist das noch so. Auch wenn manche Häuser saniert oder wieder aufgebaut wurden, Marzahn ist noch das alte Angerdorf, so wie es vor Jahrhunderten gebaut wurde.

Charakteristisch der Anger, der die Straße in der Mitte teilt. Vor der Kirche die alte Dorfschule, die nun Museum ist. Dieses Märkische Angerdorf ist das einzige in der großen Stadt Berlin, das in seinem ursprünglichen Zustand erhalten wurde. Und so kommt der Stadtrat für ökologische Stadtentwicklung Dr. Heiner Niemann auch zur Schlussfolgerung, dass Marzahn von den fünf Dörfern, die den Bezirk bilden, die beste Ausgangsposition hat. Aber alle fünf alten Dorfkerne haben ihre Bedeutung für den Großbezirk. Eine besondere Rolle nimmt die Mühle ein. Sie ist die einzige Mühle in Berlin und Brandenburg, in der noch aus Korn Mehl gemahlen wird.

Die Mühle wird am 12. Mai 10 Jahre alt. Aber die Idee für den Bau einer Mühle in Marzahn ist älter. Bereits im März 1982 beschäftigte sich der Magistrat von Ost-Berlin mit der Idee, eine Windmühle in das Konzept der Rekonstruktion des Dorfkerns Marzahn einzubeziehen. Zwölf Jahren zogen ins Land, bevor aus einem Beschluss Realität wurde. Zwar gab es einige Vorarbeite, so wurde bereits 1987 aus Bauschutt der Hügel aufgeschüttet, auf dem einmal die Mühle stehen sollte. Zunächst sollte eine Mühle aus dem Brandenburger Umland nach Marzahn umgesetzt werden. Dieser Gedanke konnte aber nicht realisiert werden. So bekam eine Holländische Firma den Auftrag, eine Bockwindmühle an der Kreuzung zwischen Landsberger Allee und Allee der Kosmonauten zu errichten. Im November 1993 begannen die Arbeiten und zogen sich bis zum Frühjahr 1994 hin. Im Mai 1994 war die Mühle betriebsbereit. Seit dem ersten Tag wird sie vom Müller Jürgen Wolf betreut. Zum Marzahner Frühling wurde das erste Mal Mehl gemahlen. Heute ist es eine halbe Tonne pro Woche. Die Mühle ist nicht nur technisches Museum, sondern auch Lehrmühle, Standesamt und eine Attraktion für den Bezirk.

Die Besucher können sich am Fuße der Mühle über unser täglich Brot informieren. Landwirtschaftliche Maschinen, die in dieser Region früher täglich auf den Feldern waren, sind ausgestellt, auf kleinen Feldern wachsen unterschiedliche Getreidesorten und bei einem Rundgang kann man auch das Brot probieren, das aus dem Mehl gebacken wurde, das kurz zuvor in der Mühle gemahlen wurde. über die Mühle kann man sich ausführlich bei einem Besuch informieren und im Heimatkalender 2004, "Links und Rechts der Wuhle", den Kalender gibt es in den Buchhandlungen im Bezirk, ISBN 3-9807885-4-7.