Marzahner Erfolgsgeschichte

Ahrensfelder Terrassen werden fertig

Baufahrzeuge und immer mehr Möbelwagen prägen das Bild links und rechts der Havemannstraße in Marzahn-Nord. Immer mehr Wohnungen in den Ahrensfelder Terrassen werden fertig und an die Mieter übergeben.

Am Montag warf der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit einen Blick auf das Baugeschehen im Stadtumbau Ost in Berlin. Er begrüßte das Projekt Ahrensfelder Terrassen als ein Beispiel für einen gelungenen Stadtumbau. Die Fördermittel der Stadt sind hier "gut angelegtes Geld" betonte der Regierende, als er die 50. Wohnung im dritten Stock in der Rosenbecker Straße besichtigte, die jetzt an die Mieter übergeben wird. Vor allem die große Terrasse auf dem Dach fand das Interesses des Regierenden Bürgermeisters. Allein der Vermietungsstand zeigt, dass in Marzahn Nord erfolgreich saniert wird.

Ahrensfelder Terrassen

Der Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft Marzahn/DEGEWO-Gruppe Thies-Martin Brandt hatte zuvor darüber informiert, dass nach jüngsten Umfragen über 80 Prozent der Marzahner gern im Quartier wohnt. Der Leerstand in Marzahn-Nord ist von 17 Prozent auf unter 9 Prozent zurückgegangen. Zahlen, die auch den Regierenden beeindruckten. Trotzdem hakte er immer wieder nach, wie der Sanierungsstand in den anderen Gebieten ist. Von den 23-tausend Wohnungen der WBG Marzahn sind 20-tausend inzwischen saniert erläuterte der Geschäftsführer. In einigen wurden teilweise nur Wasserleitungen, Elektroanschlüsse ausgetauscht, es gibt aber auch noch rund 1500 Wohnungen, in denen noch keine Sanierung durchgeführt wurde.

Die Ahrensfelder Terrassen markieren aber jetzt schon eine Erfolgsgeschichte. Aus 1700 ehemaligen Wohnungen in 11-geschossigen Plattenbauten entstehen 409 Wohnungen in abgestuften drei bis fünfgeschossigen Häusern, denen man nicht mehr ansieht, dass es sich um die viel gescholtene Marzahner Platte handelt. Und so kann die Wohnungsgesellschaft schon heute darauf verweisen, dass zwei Drittel aller Wohnungen vermietet oder durch Vorverträge gebunden sind. Innerhalb eines Jahres wird im Bezirk eine beachtliche bauliche Leistung erbracht. Thies-Martin Brandt führte einige Zahlen auf; zeitweilig sind gleichzeitig 500 Bauleute aus 55 Gewerken auf der Baustelle beschäftigt. Entlang der Havemannstraße wurden bisher über 33 120 Betonplatten abgetragen, das bedeutet pro Arbeitstag wurden rund 220 Elemente demontiert und 850 Tonnen Betonbruch beseitigt, was 40 LKW-Fahrten entspricht.

"Der Umbauprozess hat Auswirkungen auf den ganzen Marzahner Norden", betonte Bezirksstadtrat Heiner Niemann (PDS), denn hier leben 22 tausend Einwohner bei sieben Wohnungsgesellschaften. "Stadtumbau ist mehr als Abriss", sagte der Kommunalpolitiker, "es geht um das, was stehen bleibt. Es muss besser sein als das, was vorher dort stand." Und darüber waren sich alle Politiker einig - die Ahrensfelder Terrassen setzen ein Signal, dass nicht nur innerhalb Berlins wirkt, sondern auch Menschen von außerhalb anzieht.

Ahrensfelder TerrassenAhrensfelder Terrassen
Ahrensfelder TerrassenAhrensfelder Terrassen
Ahrensfelder TerrassenAhrensfelder Terrassen
Ahrensfelder TerrassenAhrensfelder Terrassen
Ahrensfelder TerrassenAhrensfelder Terrassen

Klaus Teßmann ist Journalist und Inhaber der PR Agentur Wortsalat und arbeitet aktiv im Förderverein Gutshaus Mahlsdorf e.V. (auch bekannt als "Gründerzeitmuseum"). Er schreibt regelmäßig für verschiedene namhafte Zeitungen der Region.