Schloß Biesdorf

Einer der prominentesten Einwohner Biesdorfs war Siemens

Schloss Biesdorf

Das Biesdorfer Schloss wurde als spätklassizistische Villa mit Stilelementen der italienischen Renaissance im Jahre 1868 errichtet. Als Architekt wird Heino Schmieden vermutet, der mit Martin Gropius zusammenarbeitete. Es sollte dem Besitzer des Gutes Biesdorf als Wohnung dienen. Erste Besitzer waren der Freiherr von Rüxleben und später der Baron von Bültzingslöwen.

Beide waren aus finanzieller Sicht echte Nieten im Nadelstreifen. Der Freiherr verfiel der Spielleidenschaft und vermachte notgedrungen das Schloss dem Baron. Dieser hatte aber auch nicht viel Freude an seinem Besitz; wenige Jahre später verlor er sein Vermögen,nachdem er sich im Kaffeegeschäft verspekuliert hatte.1887 erwarb Werner von SIEMENS das Schloss und das zugehörige Gut für immerhin 1,2 Millionen Reichsmark und ließ es restaurieren.

1889 übertrug er den Besitz seinem Sohn Wilhelm. Dieser ließ von 1891 bis 1898 den Park vergrößern und im damals modernen englischen Stil umgestalten (Architekt: Albert Brodersen). Legenden besagen, daß Siemens auf dem Schlossturm Versuche mit drahtloser Telegrafie durchgeführt und Probefahrten mit der ersten deutschen elektrischen Eisenbahn im Park vorgenommen hat. Bei Bauarbeiten im Park konnten die unter der Lindenallee vermuteten Schienen allerdings nicht gefunden werden.

Das Schloss erfuhr einige bauliche Veränderungen, wie die Verbreiterung der Balkone (1906) und den Anbau der Freitreppe (1887/88).

Das Gut war wohl nie eine wirtschaftliche Mustereinrichtung. Bei der Übernahme durch Siemens soll es in einem katastrophalen Zustand gewesen sein, eine Brennerei, die der Baron von Rüxleben 1864 angelegt haben soll, war stillgelegt und konnte erst 1897 mit Geräten aus Siemens-eigener Produktion wieder eröffnet werden. 1927 kaufte die Stadt Berlin das Schloss und den Park, welcher 1928 öffentlich zugänglich wurde. Das Schloss wurde zu Wohnzwecken (Lehrerwohnungen) und als Polizeidienststelle umgebaut.

Im Jahre 1928 sollte auch ein Mütter- und Kinderpflegeheim eingerichtet werden, aus Mangel an Finanzen gab man diesen Plan aber auf. Später bezog die NSDAP das Schloss und brachte hier eine Ortsgruppe und ein "Amt für Volkswohlfahrt" unter.

Im Jahre 1945 (um den 20.04.1945) brannte vermutlich durch Brandstiftung das Schloss nieder und wurde 1946 ohne das obere Stockwerk wieder aufgebaut. Auf dem Modellfoto links ist das Schloss noch mit dem vorhandenen Obergeschoss zu sehen. 1955 wurden Schloss und Park zu einem Freizeitzentrum ausgebaut und eine Freilichtbühne errichtet.

Seit 1979 steht das Schloss auf der Bezirksdenkmalliste. Der Schlosspark ist in den vergangenen Jahren unter Einsatz erheblicher Mittel wieder hergerichtet worden. An einen Wiederaufbau des Schlosses sowie die dringend notwendige Rekonstruktion ist ist auch gedacht, leider muss aber noch auf das nötige Geld gewartet werden. Investoren und Sponsoren, die sich für das schöne Schloss einsetzen wollen, wenden sich bitte an das Bezirksamt Marzahn.

Bilder vom Schloss