Der Staudamm

Baden mit Hindernissen

In Vorbereitung der bevorstehenden Geburt meiner jüngsten Schwester war meine Mutter wegen der ständigen Bombardierung Berlins  im Jahre 1944 nach  Schlesien evakuiert worden.

In den großen Ferien waren wir drei Geschwister nach Konradswaldau, wo Mutter  zur Nachgenesung auf einem großen Bauernhof untergebracht war,  nachgereist.

Das Straßendorf lag an einem kleinen Bach.

Es war warm im Juli/ August. Wir wollten Baden. Die Tauchtiefe betrug nicht mehr als 20 cm. Das war uns zu wenig. Wir machten uns mit anderen Kindern des Dorfes dabei, einen Staudamm zu bauen. Das  Wasser war auf etwa 100 cm angestiegen, also gut zum Baden.

Es dauerte nicht lange, kamen von den  nachfolgenden Dörfern, auch alles Straßendörfer, Erwachsende, die uns beschimpften. Der Bach hatte bei ihnen nur noch Rinnsal Qualität. Das Wasser wurde für Wäsche waschen, Vieh tränken usw. , gebraucht.

Wir mussten unseren mühsam errichteten Damm wieder einreißen. Die Baderei war beendet.

Autor: Fritz Neuendorf

Fritz Neuendorf, Jahrgang 1934 ist der Sohn des ersten Marzahner Schuldirektors nach dem Krieg