Wilhelm Pieck 1951

oder eine Bockwurst zum Geburtstag

Der 75. Geburtstag des ersten Präsidenten der Deutschen Demokratischen Republik, Wilhelm Pieck, geboren am 07. Januar 1876, wurde in Berlin- Niederschönhausen am  07.01.1951, von der FDJ mit einem Fackelzug gewürdigt.

An einer Tribüne in der Nähe des Schlosses Schönhausen in Berlin- Pankow, auf der er mit einigen politischen Funktionären stand und uns zuwinkte, defilierten wir vorbei.

Danach erhielt jeder Teilnehmer des Aufzuges eine heiße Bockwurst.

Es hieß damals im Scherz  bei uns, Wilhelm Pieck hat die Wurst, Otto Grotewohl die Brötchen und Walter Ulbricht hat seinen Senf dazu gegeben. -

Es war damals ziemlich kalt. Es gab noch richtige Winter.

Ich war bekleidet mit zwei verschiedenen Stiefeln, einen Offizier- und einen Soldatenstiefel . Obenrum trug ich eine zu große, schäbige und alte Kraftfahrerlederjacke. Die war mit einer käuflich erworbene hellbraune Lederfarbe angestrichen. Vor allem, innen gut gefüttert, war diese schön warm.

Wie in Geschichte Nr. 1 erwähnt, waren seit 1949, mit Einführung der Aufbauklassen,  auf unserer Schule, seit Jahrhundert nur für Knaben vorgesehen, auch Mädels.

War ich bisher nur der Bauer aus Marzahn, also vom Lande, kamen diese Hübschen an meine Seite, um sich in den tiefen und großen Taschen die Hände zu wärmen.

Ich war der Größte und fühlte mich in diesem Moment so.

Ein Klassenkamerad und seine Schwester trugen abwechselnd die einzige  lange Hose. Dazwischen musste er lange Strümpfe mit Leibchen tragen. Das war auf äußerste bei uns Jungens verpönt! Lieber froren wir in kurzen Hosen auch bei Kälte.

Das alte Schulgebäude war zerstört. Der Umzug war in anderes Gebäude erfolgt, das auch bombardiert war. Wir hatten Unterricht im ehemaligen Wohnhaus der Lehrer. Die Treppen und das Geländer dazu waren so schlecht. Eines Tages fiel ein kleiner Junge durch das Geländer. Zum Glück dem Hausmeister so auf den Körper, dass nichts Schlimmes weiter passiert war.  

Autor: Fritz Neuendorf

Fritz Neuendorf, Jahrgang 1934 ist der Sohn des ersten Marzahner Schuldirektors nach dem Krieg