"Franz-Carl-Achard" Preis verliehen

WohnTheke verleiht erstmals regionalen Wirtschaftspreis

Zum ersten Mal ist in einem Berliner Bezirk ein Wissenschaftspreis verliehen worden. Die "Hellersdorfer WohnTheke", ein Zusammenschluss fünf ortsansässiger Immobilien Gesellschaften, zeichnete am 26.04.2007 zwei Unternehmen der Großsiedlung mit dem von ihr gestifteten und mit 2000 Euro dotieren Franz-Carl-Achard-Preis für „Angewandte Wissenschaften“ aus. Zudem gab es für drei Jugendprojekte den Sonderpreis "Wissen und Wissenschaft in der Schule“. Die Laudatio hielt der bekannte Unternehmer und Mäzen Hans Wall, Aufsichtsratsvorsitzender der Wall Aktiengesellschaft. Zu diesem Wettbewerb waren gut 200 Unternehmen und über 30 Schulen des Bezirks eingeladen worden. Die Preise hatte die WohuTheke im Rahmen ihres von der EU geförderten Projektes „Wohnen und Arbeiten in Hellersdorf“ ausgelobt.

Franz Carl Achard

Die Unternehmen
Träger des Franz-Carl-Achard-Preis ist fortan das „NANO Zenirum Berlin“. Die so genannte NANO Technologje beschreibt ein Verfahren, bei dem Oberflächen aller Art mit einer unsichtbaren Siliziumbeschichtung überzogen werden. Dadurch verringert sich das Anhaften von Schmutz- und Fremdstoffen Derart beschichtete Oberflächen sind besonders leicht zu reinigen und verschmutzen deutlich weniger. Zur Reinigung werden keine chemischen Reinigungsmittel benötigt, klares Wasser spült den Schmutz einfach ab. Damit wird die Umwelt entlastet. Bei veredelten Autofrontscheiben beispielsweise kann bei Regen ab 60 km/h der Scheibenwischer abgeschaltet werden.
Zweiter Preisträger ist die „Dr. Herrmann Verkehrsgesellschaft". Sie erhielt den Franz-Carl-Achard-Preis für ihre Bemühungen um den Einsatz alternativer Kraftstoffe. Dazu gehören die effiziente Verwendung von nativem Pflanzenöl und die Entwickiung eines Umrüstsatzes für Motoren zum Betrieb mit Rapsöl. Das Projekt "Verwendung von Altfetten als Treibstoff für Dieselmotoren" ist beim Deutschen Patent- und Markenamt angemeldet. Ingenieure der „Dr. Herrmann Verkehrsgesellschaft" arbeiten bei verschiedenen Vorhaben mit der Fachhochschule für Technik und Wissenschaft Berlin zusammen.

Die Schulen
Die emsigsten Jungforscher kommen aus dem Otto-Nagel-Gymnasium und dem Leonard-Bemstein-Gymnasium. Sie beschäftigen sich mit Schokolade als quasi wichtiges Lebenselixier, mit dem Transrapid und einem Exoten, dem Papageientaucher, der sich in der Luft und im Wasser gleichermaßen behände bewegen kann. Tina Kadow (19), die den
erstaunlichen Fähigkeiten des Papageientauchers auf den Grund geht, sagt über ihre Nachforschungen, dass der Mensch bei vielen Neuerungen immer wieder nach Vorbildern in der Natur sucht. Längst hätten sich bionische Entwicklungen in der Praxis bewährt. Die bessere Effizienz von Verkehrsflugzeugen etwa dank Beschichtung mit Folien, die der Haut des Hais ähnelt, erspare durch den geringeren Luftwiderstand den Fluggesellschaften täglich Zeit und Geld. Die besonderen Unterwassergleitfähigkeiten des Papageitauchers sind möglicherweise für die Entwicklung einer neuen Fahrzeugklasse geeignet; und zwar eines Senkrechtstarters, der sowohl fliegen, als auch schwimmen und tauchen kann. Wie eine
solche Erfindung aussehen könnte und welchen praktischen Nutzen sie hat, ist Gegenstand einer Arbeit, die beim Wettbewerb ‚Jugend forscht“ eingereicht wurde. Tina Kadow, die Bionik studieren will, geht mit einem Preisgeld von 500 Euro nach Hause. Zwei Preisträger aus dem Otto-Nagel-Gymnasium erhalten für die Projekte „Schokolade“ und „Transrapid“ je 150 Euro.


Die WohnTheke
Es sei vorbildlich, so Hans Wall in seiner Laudatio, wenn eine Institution wie die „Hellersdorfer WohnTheke“ einem Wissenschaftapreis stiftet, der besondere Leistungen in einem Berliner Bezirk würdigt. Ein Ansporn für gestandene Forscher und Ingenieure und junge Leute gleichennaßen, die nach Wissen und Können streben! Der Franz-Carl-Achard-Preis sollte nach Ansicht von Hans Wall in regelmäßigen Abständen ausgelobt werden.. Dieser Meinung ist natürlich auch der Sprecher der WohnTheke, Rudolf Kujath, der noch einmal die Intentionen der Stifter erläuterte. Es sollen Produkte, Prototypen oder Dienstleistungen aus dem Bezirk gewürdigt werden, deren Herstellung auf der Anwendung und Umsetzung neuer Wissenschaftlicher oder ingenieurtechnischer Erkenntnisse basieren. Entwickler und Produzenten können sich so einer breiten Öffenftlichkeit präsentieren und die Leistungsfähigkeit der Hellersdorfer Wirtschaft dokumentieren. Vielleicht, so Kujath, macht sich ein Hellersdorfer mal einen Namen als Tüftler und Forscher wie der Namenspatron des Preises, der Chemiker und Experimental-Physiker Franz-Carl Achard (28.4.1753 - 21 .4.1821), der auf einem kleinen Kaulsdorfer Gut (heute Schilkin) seine Untersuchungen zur Entdeckung des Rübenzuckers betrieb. Er gilt als Begründer der europäischen Rübenzucker-Industrie. Achard war in vielen Disziplinen zuhause. So erfand er auch den Blitzableiter und konstruierte einen transportablen Feldte1egrafen.

UKB Hörsaal


Die Veranstaltung

Die Preisverleihung fand im historischen Hörsaal (nördliche Anbau des historischen Kesselhauses) des Unfall Krankenhauses Berlin (UKB) statt. Dieses sehr angenehme Ambiente verlieh der Veranstaltung einen würdigen Rahmen, wozu auch die Moderation von Frau Karin Büttner beitrug.