Hütten Platten Wohnquartiere

Standardwerk zur Marzahner Geschichte


Buch "Hütten, Platten, Wohnquartiere", erschienen 1998 im MAZZ-Verlag

Dr. Günter Peters, in Marzahn und darüber hinaus als Bauhistoriker, ehemaliger Stadtbaudirektor der DDR-Hauptstadt sowie als Vorsitzender des Fördervereins für das Heimatmuseum Marzahn bekannt, hat im MAZZ-Verlag, der unter anderem die beliebte Marzahner Zeitung herausgibt, ein Buch zur Marzahner Geschichte und Baugeschichte ver?ffentlicht.

Hier eine Buchrezension von Frank Waßmuth:

Eigentlich wurde es Zeit. Zur Geschichte und Baugeschichte zahlreicher Berliner Bezirke gibt es Bücher und andere Materialien. Marzahn konnte in dieser Hinsicht außer den lobenswerten, kleinen Veröffentlichungen des Heimatmuseums und den eher auf Eigenwerbung bedachten Publikationen des Bezirksamtes nicht allzu viel vorweisen. Dies hat sich nun geändert.

Dr. Peters hat mit seinem Buch nicht nur wegen dessen Umfanges erstaunliches geleistet. Immerhin 216 Seiten füllen eine komplette baugeschichtliche Beschreibung des Bezirkes, zahlreiche Abbildungen des historischen und heutigen Marzahns, bei dem die hervorragende heimatgeschichtliche Sammlung von Karl-Heinz Gärtner, die Forschungsstelle Baugeschichte sowie Fotos von Marianne Kühling unterstützend wirkten, viele Tabellen und statistische Daten sowie umfangreiches Kartenmaterial.

Von der Frühgeschichte Marzahns bis zur derzeitigen Entwicklung des Bezirkes erhält der Leser einen umfassenden überblick. Einzelne Bereiche werden besonders beleuchtet, zum Beispiel die Entstehung des Neubaugebietes unter Berücksichtigung der Entwicklung des Plattenbaus (der im übrigen nicht in Marzahn und auch nicht erst zu DDR-Zeiten erfunden wurde). Der Autor beschreibt detailliert die Entwicklung der einzelnen Wohngebiete und nimmt Stellung zu Problemen, aber auch zu positiven Blickpunkten des Plattenbaus.

Es werden jedoch auch die ehemaligen Dörfer, aus denen der heutige Stadtbezirk Marzahn besteht, wie Biesdorf, nicht vergessen. Einen großen Teil nehmen verwirklichte und unverwirklichte Planungen der vergangenen Zeit für den Nordostraum Berlins ein. Noch einmal muß auch hier die wirklich reichhaltige Bebilderung erwähnt werden.

Der Anhang bietet eine umfassende Sammlung statistischen Materials zum Bezirk. Für weitergehend Interessierte empfehlenswert ist das Quellenverzeichnis mit Informationen zu Marzahn, das in seinem Umfang wohl einmalig ist und über die in den achtziger Jahren erschienene Bibliographie der Stadtbibliothek- inzwischen nicht mehr erhältlich - weit hinausreicht.

Rundum ein gelungenes Buch - dies nicht zuletzt wegen seines ansprechenden Formats, dem gelungenen Einband und der hohen Druckqualität. Das Buch sollte bei keinem heimatgeschichtlich interessierten Marzahner im Bücherschrank fehlen - und ist sicher auch ein geeignetes Geschenk für den am Bezirk interessierten Besucher.

Leider ist das Buch mangels ISBN (die kleine Nummer, mit Hilfe derer man weltweit deutsche Bücher bestellen kann) nicht so ganz einfach zu bekommen. Zahlreiche Marzahner Buchhandlungen bieten es aber an und man kann es auch direkt beim MAZZ Verlag bestellen (Adresse links). Außerdem ist die Auflage derzeit wohl noch recht gering, deshalb sollte man sich nicht zu viel Zeit lassen, es zu erhalten - eine Nachauflage wird aber bei entsprechender Nachfrage kommen.