Lothar - Lotharchen - Charlotte

Anfang Oktober erscheint beim Berliner Jaron Verlag das Buch "Charlotte von Mahlsdorf". Damit setzt der Verlag seine Taschenbuchreihe über Berliner Persönlichkeiten fort. Die Mahlsdorfer Schriftstellerin Gabriele Brang zeichnet in ihrem Buch ein neues, ungewähnliches Bild über Charlotte von Mahlsdorf.

Sie lässt Freunde und Weggeführten von Charlotte zu Wort kommen. Viele Jahre lang war Gabi Brang mit Charlotte von Mahlsdorf befreundet. Sie hat es immer bedauert, nie die Zeit gefunden zu haben, sie im schwedischen Porla Brunn zu besuchen. Nun hat sich Gabi Brang auf eine Zeitreise zu Charlotte begeben.

Die Mahlsdorfer Schriftstellerin möchte mit ihrem Buch Seiten an Charlotte zeigen, die so noch nicht in der Öffentlichkeit bekannt sind. Deshalb hat sie Interviews mit Zeitzeugen geführt, lässt diese über ihre Begegnungen berichten und zeichnet so ein ungewähnliches Bild. So kommt der Taxifahrer Peter Stein zu Worte, der 1970 von einem "Plüschmuseum in Mahlsdorf" gelesen hatte und das unbedingt sehen wollte. Aus dem ersten Besuch entwickelte sich eine langjährige Freundschaft.

Jener Taxifahrer war es auch, der Charlotte so manches Museumsstück nach Mahlsdorf holte. Er erzählt die Geschichte von der Handgranate in jenem eisernen Ofen, der noch heute das Prunkstück im neogotischen Speisezimmer ist. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn jene Granate aus dem ersten Weltkrieg nach 60 Jahren im geheizten Stubenofen beim Transport explodiert wäre. Selbstverständlich kommt auch die Schauspielerin Annekatrin Bürger zu Wort, die Mitte der 70er Jahre mit dafür gesorgt hatte, dass die private Gründerzeitsammlung nicht von der Stadt Berlin einkassiert wurde und gegen Devisen in den Westen verscherbelt wurde.

Die bekannte Schauspielerin erinnert an eine Kulturkonferenz, bei der es um das kulturelle Erbe ging, und sie sich für die Sammlung in Mahlsdorf einsetzte. Außerdem stellte sie eine Verbindung zum Rechtsanwalt Friedrich Karl Kaul her, der das Problem einer angeblichen Steuerhinterziehung durch Charlotte aus der Welt schaffte - Beziehungen haben eben nie geschadet.

Der Förderverein Gutshaus Mahldorf, der Jaron Verlag und die Autorin möchten das Taschenbuch in einer gemeinsamen Veranstaltung der Öffentlichkeit vorstellen. Deshalb laden sie zu einer ersten öffentlichen Präsentation des Buches in das Gründerzeitmuseum Mahlsdorf ein; Sonntag, 10. Oktober um 17.00 Uhr.

Außerdem steht im Monat Oktober noch folgendes auf dem Programm des Gründerzeitmuseums: Sonnabend, 9. und 23. Oktober, 19 Uhr "Otto-Reutter-Abend". Unsterbliche Couplets mit Hellmut Gaber und Wolfgang Panwitz, Eintritt 10 Euro.

Donnerstag, 28. Oktober, 19 Uhr "Barnimgespräch" - das Wuhletal, Bilder einer Landschaft im Wandel, Vortrag mit zahlreichen Lichtbildern von Heino Mosel aus Kaulsdorf, Eintritt frei.

Sonntag, 31. Oktober, 80 Uhr. Dr. Sabine Kadow und Harald Kintscher stellen den neuen Heimatkalender "Links und rechts der Wuhle" für das Jahr 2005 vor, Eintritt frei.

Klaus Teßmann ist Journalist und Inhaber der PR Agentur Wortsalat und arbeitet aktiv im Förderverein Gutshaus Mahlsdorf e.V. (auch bekannt als "Gründerzeitmuseum"). Er schreibt regelmäßig für verschiedene namhafte Zeitungen der Region.