Die Polizei-Statistik 2007 lügt nicht

Marzahn-Hellersdorf ist einer der sichersten Bezirke

Die Kriminalitätsstatistik 2007, die der Berliner Innensenator Ehrhart Körting (SPD) Mitte März vorlegte, trifft eine klare Aussage: Marzahn- Hellersdorf ist bezogen auf die erfassten Delikte je Einwohner nach Steglitz- Zehlendorf und Treptow- Köpenick der drittsicherste Bezirk.

Auf 100 Einwohner entfallen jährlich 11,6 kriminelle Delikte, d.h. nur jeder achte Einwohner ist einmal jährlich von einem solchen betroffen. Die Berliner Tendenz insgesamt ist gekennzeichnet von einer Zunahme der körperlichen Gewalt und von Kindesmisshandlung und -vernachlässigung. Aber auch dies, betonte der Innensenator, liege im Bundestrend. Viel interessanter für uns ist die Übersicht der "„kiezbezogenen Straftaten", die der Senator auf 230 Seiten auflistet (vgl. "Kriminalitätsbelastung in öffentlichen Räumen Berlin 2007" unter Pressemitteilungen der Senatsinnenverwaltung).

Oft schildern Bürgerinnen und Bürger ihre "gefühlte" Angst oder Unsicherheit – was sagen die Fakten? Generell gilt, dass in den Großsiedlungen Marzahn und Hellersdorf durchschnittlich mehr Kriminalität verursacht wird, als in den südlichen Stadtteilen Biesdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf. Dafür wird dort mehr eingebrochen und gestohlen. Im Vergleich der 15 ausgewiesenen Delikttypen in den insgesamt 80 Stadtteilen liegt Marzahn im besseren Mittelfeld. Bei uns werden weniger Autos und Fahrräder gestohlen, Rauschgiftdelikte begangen oder Brände gelegt. Eine gefährliche Entwicklung aber gibt es bei Raub und Körperverletzung sowie schwerer und gefährlicher Körperverletzung. Hier ist Marzahn auf dem Weg in die aggressiveren Stadtteile. Auch bei Sachbeschädigung durch Graffiti geht der Weg in die falsche Richtung. Gemeinsam mit Lichtenberg hat Marzahn-Hellersdorf hier eine Spitzenposition erreicht.

Quelle Stadtteilzeitung NORDWEST 55/2008, (am)